Turn Around, H&M! Südwind AktivistInnen informieren über das Versprechen des Modekonzerns

Im November letzten Jahres starteten die steiermärkischen Südwind-AktivistInnen eine Aktion, um den riesigen Modekonzern H&M an ihr Versprechen, den NäherInnen ihrer Textilien zumindest den Existenzlohn zu sichern, zu erinnern.
Am 25. November 2013 versprach H&M, in den nächsten fünf Jahren, also bis spätestens Ende 2018, den 850,000 Angestellten seiner Zulieferketten und Produktionsstätten einen Existenzlohn zuzusprechen. Nun ist die Frist schon längt vorbei – und getan hat sich denkbar wenig.
So wird beispielsweise in Kambodscha lediglich 46% des existenzsichernden Lohns ausbezahlt, in Indien sind es 35% und in Bulgarien sogar nur 9% (Quelle: Clean Clothes Campaign).

Daher entschieden sich die Südwind-AktivistInnen dazu, durch die Grazer Innenstadt zu ziehen und vor H&M-Fillialen die Öffentlichkeit auf das nicht eingehaltene Versprechen aufmerksam zu machen. Bewerkstelligt wurde dies, indem man es sich ganz ohne Zeitdruck (So wie H&M sich beim Erfüllen seines Versprechens Zeit lässt) vor den Schaufenstern auf Strandliegen gemütlich gemacht hat und Schilder mit unangenehmen Fakten zur Produktion von H&M-Textilien zur Schau stellte.

Die spontane Kunstaktion der steirischen Südwind AktivistInnen wurde jedoch von den Behörden leider als anmeldungspflichtige Demonstration missverstanden. So ist es geschehen, dass alle anwesenden AktivistInnen von Beamten der grazer Polizei aufgeschrieben wurden, und die Aktion abgebrochen werden musste.

Politische Bildungsarbeit funktioniert nicht immer radikal in großen Schritten. Manchmal sind es die kleinen Erfolge, die einen ans Ziel bringen.
Wir werden trotzdem unerlässlich damit weitermachen, H&M und andere Großkonzerne zur Einhaltung ihrer Versprechen zu bringen, und sie an ihre immense Verantwortung in der heutigen globalisierten Welt zu erinnern. Diese Big Player haben die Macht und Möglichkeiten, die Arbeits- und Lebensbedingungen von Millionen von Menschen in ihren Produktionsketten dramatisch zu verbessern. Doch die noch größere Macht liegt bei uns, den KonsumentInnen.

Denn wenn der Profit über Menschenleben steht, können und müssen (wir) Menschen aufstehen und öffentlich lautstark verkünden, dass es so nicht weitergehen kann und darf. Entsprechend können/müssen sie und wir auch das Konsumverhalten ändern.
Informiert euch, redet mit so vielen Menschen wie nur möglich über die wichtigen Themen der Globalisierung und kauft bewusst ein!